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Zypern, Insel der Aphrodite

Einmal der Küste entlang von Ost nach West. Sonnenliegen, Cocktails am Strand und ein paar griechische Säulenreste, sollen unsere treuen Begleiter sein.


Wir beginnen unsere Inselerkundung am berühmten Kap Greco, dem Punkt an welchem Europa die ersten Sonnenstrahlen eines Tages treffen. Mittlerweile wurde hier ein Naturpark eingerichtet. Zwichen der typischen Macchiavegetation, lassen sich einsame Buchten erkunden und Naturbrücken im porösen Kalkstein ausmachen.


Verliebte Schnecken erfreuen sich ihrer Turtelei und auch die Pflanzenwelt wirkt frühlingshaft.


Ganz anders gestaltet sich die Gewichtung in Agia Napa. Der Hotspot der ungebändigten Touristenströme, Ballermann des östlichen Mittelmeeres wirkt, dank leer stehender Hotelbetten in der Nebensaison, etwas verwaist.


Einst war der Ort ein kleines, unbedeutendes Fischernest. Dann kam der Krieg und die Hotels in Famagusta lagen plötzlich hinter einer Grenze. Abhilfe wurde dank eines florierenden Baubooms geschaffen und so konnten sich die Pauschalurlauber bald erneut an der südöstlichen Inselspitze den Pelz bräunen.


Die meisten Touristen erreichen die Insel über den Flughafen Larnaka, der sich in eine Salzseenplatte eingebettet befindet. Salz machte diese Stadt einst reich. So ist es nicht verwunderlich, dass Larnaka immer wieder als die Stadt mit dem Salz assoziiert wird. Einst wurde es mühevoll in Salinen ausgebeutet. Heute sind es eher die Flamingos, die im Salzsee geschäftig sind.


Am Ufer des Salzsees steht die Hala Sultan Tekke über dem Schutt der Jahrtausende. Wo sich einst ein bronzezeitlicher Siedlungsplatz befand, stürzte eine Tante des Propheten Mohammeds zu Tode. Ihr zu Ehren wurde die Tekke errichtet, welche sowohl für Muslime als auch banale Touristen einen kulturellen Anziehungspunkt bildet.


Neben den touristischen Versorgungseinheiten finden sich ettliche kolonialzeitliche Gebäude in der Stadt, die von der Zeit erzählen, als diese ein wichtiger Handelsknotenpunkt war und Vertretungen diverser Firmen hier ihren Sitz hatten.


Ebenfalls befindet sich auch das angebliche Grab des untoten Lazarus in der Altstadt. Nach seiner Auferweckung, vor zweitausend Jahren, wirkte dieser hier dreißig Jahre als Bischof.


Die venetianische- osmanische Hafenfestung schützte einst die Stadt und das Umland durch die Jahrhunderte.


Salzwasser ist nur kurz erfrischend. Dementsprechend musste das Wasser von weit her mittels eines Aquädukts in die Stadt geleitet werden. Bezahlt wurde die Wasserleitung, die vor weniger als hundert Jahren noch in Gebrauch war, von Bekir Pascha, einem Beamten aus den Reihen der Osmanen.


Auch die Ausgrabungsstätte von Chirokoita befindet sich im Distrikt der Stadt. Hier konnte eine zehntausendjahre alte Siedlung ausgegraben und erforscht werden. Ein Beweis für die kontinuierliche und lebendige Besiedlung der Insel. In den rekonstruierten Rundhäusern, kann man die nicht vorhandenen Annehmlichkeiten dieser Epoche nachvollziehen.


Nur eine kurze Stippvisite im historischen Viertel der Stadt Limassol, legen wir auf dem Weg entlang der Küste, gen Westen ein.


In direkter Nachbarschaft zu Limassol, befindet sich in Kolossi ein mittelalterlicher Wohn- und Verteidigungsturm. Angeblich soll R. Löwenherz auf seinem Weg zum Kreuzzug gen Jerusalem hier, mittels Blitzhochzeit, seine Frau Berengaria von Navarra geheiratet haben. Die war ihm vorrausgereist und wurde von den französichen Herrscher der Insel festgesetzt. Löwenherz eroberte kurzerhand die Insel und verkaufte sie später an den Johanniter Orden.


In direkter Nachbarschaft befindet sich in Kourion eine Metropole der Eisenzeit. Diese war eines der vielen Stadtkönigreiche der Insel. Mit Blick auf den gleichnamigen Strand war im Theater der Stadt manche Vorstellung sicherlich gut besucht. Wir können jedenfalls sehr gut nachvollziehen, warum man sich hier ein Häuschen mit schmuckem Bodenmosaik und Meerblick errichtet hatte.


Die Steilküste des Kap Aspro bei Pissouri wollen wir genauer erkunden und wandern hier mit teils schwindeleregenden Blicken am Klippenweg entlang.

Die Bekanntheit des antiken Paphos ist eng verknüpft mit dem Kult um die Göttin Aphrodite. Am Petra tou Rominou soll einst das Geschlechtsteil des entmannten Weltenherrschers Uranos angespült worden sein. Sein Samen und der Schaum des Meeres vereinigten sich und den Fluten entstieg die Schutzgöttin der Insel, die wunderschöne Aphrodite; so berichtet die griechische Mythologie.


Nebenan lässt sich dann auch das, im antiken Mittelmeerraum, imposanteste Aphrodite Heiligtum besichtigen. Einst sollen hier Orgien zu Ehren der Liebesgöttin stattgefunden haben. Heute wirkt der Ort eher unscheinbar und wenig beeindruckend.


Als letzte Stadt liegt also Paphos auf dem Weg. Kulturinteressierte Urlauber*innen landen häufig in der, seit jahrtausenden genutzten, Bucht um den berühmten Hafen.


Eingebettet in Supermärkte und Souvenirshops sowie Hotels und Pensionen, liegen die Reste der bedeutendsten Kuturen des Mittelmeerraumes verstreut. Die örtlichen Behörden haben sich Mühe gegeben den zahlenden Gästen alles in ansehnlicher und kurzweiliger Art und Weise zu präsentieren.


Wer in Paphos weilt, sollte dem Neofytos Kloster einen Abstecher abstatten. Hier hat vor knapp tausend Jahren ein Eremit ein Höhlenkloster begründet, welches mittlerweile zu einer nationalen Wallfahrtsstätte erweitert wurde.


Uns zieht es erneut in die ungebändigte Natur, rund um die Akamas Halbinsel. Hier wandern wir durch die, als Naturschutzgebiet geschützte, Inselvegetation.


Über verschlungene Naturpfade geht es mit Blick aufs Mittelmeer durchs Unterholz. Immer Aphrodite im Blick, die hier ein Bad genommen haben soll, während ihr Geliebter dies mit dem Leben bezahlen musste.


Jeder Traum geht einmal zu Ende und so verabschieden wir uns von Zypern, bevor das Wetter allzu regnerisch wird. Es hat uns gut gefallen. Wieder einmal konnten wir, dank dem besonderen Schutz der Aphrodite, einem verschneiten Winter entkommen.

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