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Unterwegs im Fann Gebirge

Solom Tadschikistan, schon lange freuen wir uns auf deine atemberaubenden Berge. Jetzt beim zweiten Anlauf, soll es also endlich klappen. Schon kurz nach der Grenze steigt das Fann Gebirge in Höhen von über fünftausend Meter auf.


Wir flüchten uns direkt nach Grenzübertritt aus den Ebenen Usbekistans in die wunderbare Bergwelt in der Gegend um Artuch.


Eine Wanderung bringt uns zum Chukurak See. Hier schlagen wir unser Zelt auf und genießen die traumhafte Kulisse der umliegenden Gipfel.


Am Beloe See treffen wir auf halbnomadisch lebende Hirtenfamilien, bei welchen wir eine kleine Lektion in Sachen Brotbacken erhalten.


Der Weg zurück führt uns erneut das entbehrungsreiche Leben, der hier Beheimateten vor Augen.


Was für uns landschaftlich einem Paradies gleicht, bedeutet für die hiesige Bevölkerung harte Arbeit im Sommer und ein entbehrungsreiches Leben im Winter.


Beispielsweise werden im eiskalten, von Gletschern gespeisten, Wasser über Stunden Teppiche und Wäsche gewaschen.


Jedes Stück fruchtbares Land wird genutzt um anzupflanzen und dem Boden Nahrungsmittel abzugewinnen. Die Wege sind oftmals in schlechtem Zustand und die logische Konsequenz ist, dass Esel das Transportmittel erster Wahl darstellen.


Der Zerafshan, der Goldtragende, sammelt die Flüsse der Seitentäler des Fann- und des Zerafshan Gebirges und entwässert diese in die endlosen Baumwollfelder Usbekistans. Dass wir uns nach wie vor auf einem der unzähligen Arme der Seidenstraße befinden, beweist manche Ruine am Wegesrand.


Auf tadschikischer Seite bilden die vielen gletschergespeisten Flussarme die Lebensgrundlage, der in Subsistenzwirtschaft lebenden Kleinbauernfamilien. Die Frauen bewirtschaften die Felder und kümmern sich um den Hof, die meisten erwerbstätigen Männer befinden sich auf einer der unzähligen Großbaustellen in Russland.


Die Kleinstadt Panjakent ist unser erster urbaner Kontakt auf tadschikischem Boden. Hier können und müssen wir uns bei der örtlichen Polizeibehörde registrieren, es gibt einen Markt und ein kleines Museum.


Der Bozor gleicht einem lebhaften Mikrokosmos. Hier wird organisiert, eingekauft und die neusten Nachrichten ausgetauscht.


Einst war die Stadt ein wichtiges Zentrum des sogdischen Reiches. An der Seidenstraße gelegen war sie Handelspartner und Konkurrent zur heute noch bekannten Stadt Samarkand. Von der einstigen Bedeutung Penjikents, zeugen heute jedoch nur noch einige Lehmmauern und eine Zitadelle am Stadtrand.


Nicht nur in Afghanistan existisiert ein Mazor i Sharif. Im tadschikischen Mazor liegt in einem achthunderjahre alten Mausoleum der Korangelehrte Muhammad Bashoro begraben.


Uns faszinieren nicht nur die wunderschönen Fließendekore des Mausoleums, sondern auch die Natur des Umlands wirkt sehr einladend.


Dass Schönheit vergänglich ist, erleben wir auf schmerzhafte Weise an den Haft Kul, den sieben Seen. Beliebtes Wandergebiet in den Fann Bergen und berühmt für ihre türkisgrüne Wasserfarbe und die dramatische Landschaft.


Fünf Minuten nachdem wir unseren Bus in der Nähe des Seeufers geparkt haben, rollt eine Schlammlawine den Berg herunter. Wir können nur entsetzt zuschauen, wie unser Auto im Matsch und Geröll versinkt und uns mit viel Glück aus dem Trümmerfeld retten. Die nächsten Tage erleben wir die grenzenlose Solidarität und Hilfsbereitschaft der hier Lebenden. Mittels eines Bulldozers schaffen wir es letztlich aus dem Chaos befreit zu werden.


Wir sind tief erschüttert, jedoch auch dankbar nach wie vor am Leben zu sein.

Bis auf viel Dreck, blaue Flecken und einigen Lackkratzern ist niemandem etwas passiert. Die Bilanz sind ca. vierzig tote Ziegen, welche es nicht geschafft haben, der Lawine zu entgehen und eine Hütte die weggespült wurde. Am Iskanderkul versuchen wir uns ein wenig zu erholen und den Stress der letzten Tage loszuwerden. Letztendlich hätte unsere "Reise" hier zu Ende sein können, dass ist uns deutlichst vor Augen geführt worden.



Duschanbe ist jetzt nicht mehr weit, also auf durchs Varzob Tal in Richtung der Hauptstadt Tadschikistans.

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Im Ferghana Tal

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