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Iran Ralley, auf dem Weg nach Arabia felix

Nach langem hin und her, abwägen, überlegen und vielen Unsicherheiten bezüglich der fraglichen politischen Situation in Iran, beissen wir letztlich doch in den sauren Apfel. Wir wollen endlich weiter und nicht dauerhaft im Kreis fahren. Also verabschieden wir uns von der Türkei mit seiner herzlichen kurdischen Bevölkerung und dann geht es erneut über die Grenze nach Iran.


An uns ziehen die historischen Städte des Iran vorbei. Wir wollen dieses Mal leider keine Sightseeingtour machen, die Berichte anderer Reisender bezüglich willkürlicher Festnahmen und nerviger Verhöre, schrecken uns ab und lassen uns einen großen Bogen um die Ballungszentren ziehen. So passieren wir Täbriz, Soltaniye, Kashan und Qom. Momentan ist Granatapfelernte und wir freuen uns natürlich über einen kleinen Zwischenstop an der Autobahn. In voller Fahrt zeigen sich vor allem beim Schreiben, der mühsam erlernten Buchstaben und Zahlen, auf iranischen Pisten einige Tücken.


Abenteuer Iran? Um den Stressfaktor etwas zu erhöhen, muss man sich im Wüstenstaat auch mal im Sand festfahren. Nach achtzehntausend Kilometern wäre das also endlich auch geschafft. Gut wenn man Bergematerial und helfende Hände zur Hand hat.


Zwischendurch muss auch mal eine Pause eingelegt werden, dass machen wir in der Nähe von Nain in einem, bei Overlandern beliebten, Guesthouse. Lecker Essen und ein wenig spazieren gehen, lassen die müde Oberschenkelmuskulatur wieder erwachen. Auch für die weitere Organisation und die neusten Nachrichten aus einem Land mit phasenweise Internet- Shutdown und Nachrichtensperre lohnt sich der Abstecher.


Beim Picknick an der historischen Karawanserai Zeinodin, in der Nähe von Yazd, lassen wir uns noch einmal vom Mythos Seidenstraße in den Bann ziehen.


In Haji Abad, einer Oase im äußersten Süden des Landes, tanken wir im Schatten des Qale noch einmal Energie für die letzte Etappe. Offensichtlich scheint dieser Picknickplatz auch bei einheimischen Pärchen äußerst beliebt zu sein. Man wird jedoch auch gleich argwöhnisch von der Polizeipatrolie gemustert, könnten hier etwa westliche Spione Falaffeln essen?.


Wie einst Marco Polo, schiffen wir uns im Hafenort Bandar Abbas ein und dann ist es auch schon fast vorbei, das Abenteuer Iran. Ach Moment, da war doch noch was. Die Autos...

Ja, so leicht war es dann doch nicht. Schlepper, Fixer und eine undurchsichtige Verschiffungspolitik machen es uns nicht unbedingt einfach, dieses Land zu verlassen. Plötzlich geht dann doch alles ganz schnell und die Autos sind weg. Das bedeutet auch, dass erste Mal in einem Hotelzimmer übernachten seit sieben Monaten auf Reise. In einer rostigen Nussschale wird unser Wüstenschiff über den Persichen Golf durch die Straße von Hormoz geschippert. Am nächsten Tag dürfen dann auch wir endlich raus und treten die achtstündige Überfahrt an. Ein letztes Mal kann Iran auch seine arischen Wurzeln in Form von Bismarck Cola präsentieren. Oft genug wurde uns gesagt, dass Iran und Deutschland eine besondere Beziehung pflegt, für uns war nie ersichtlich warum sie sich dabei ausgerechnet auf die schwärzeste Stunde unserer Geschichte beziehen. Letztlich sind am Ende alle einfach nur froh, als wir endlich wieder festen Boden unter den Füßen haben.

Soviel also zum zweiten persischen Teil der Reise. Jetzt steht dem Abenteuer arabische Halbinsel also nichts mehr im Wege. Auf gehts, auf der Suche nach den Spuren der Weihrauchstraße in Arabia felix.

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