top of page

Auf der Suche nach den Resten der Seidenstraße

Auch wenn Kirgistan stets ein zentraler Teil der Seidenstraße war, finden sich hier auf den ersten Blick nur wenige Hinterlassenschaften. Stets bedarf es einiger Recherche, um die versteckten Reste aufzufinden. Dabei spielte nicht nur der brandschatzende Dschingis Khan und die Heere der Arabischen Halbinsel eine wichtige Rolle, auch die vermeintlich fortschrittliche Sovietkultur beseitigte so manche Spur.


Im Stadtbild von Uzgen deutet eigentlich wenig auf die einstige Bedeutung der Handelsstadt. Ganz in der Nähe von Osch, noch im Ferghana Tal gelegen, war sie einst Residenzstadt der Karachandien. Diese beherrschten große Teile des heutigen Zentralasiens.


Am Rande der heutigen Siedlung befinden sich die Mausoleen der Dynastie sowie ein Minarett. Diese sollen die Blaupause für die später so prächtig ausgeschmückten Bauten in Usbekistan gewesen sein. Hier zeigt die Mode der Zeit noch nicht die bunten Fließen wie im Nachbarland. Der Formenreichtum lässt erste Andeutungen der späteren Prachtenfaltung erkennen.


Bei Einheimischen ist es vor allem der, nur hier zu erstehende, braune Reis, welcher die Stadt nach wie vor zu einem lohnenden Zwischenstop macht.


Auch die Walnusswälder um Arslanbob, wurden wohl gewinnbringend zu Zeiten der Seidenstraße ausgeschlachtet. Noch immer sind sie die größten zusammenhängenden Walnusswälder der Welt. Dies dominiert, seit nunmehr tausend Jahren, die Wirtschaft im Tal.


Heutzutage ist das Städtchen jedoch Landesweit dafür bekannt, dass es zwei fruchtbarkeitspendende Wasserfälle beheimatet. So kommt man auch neben der Nusssaison gerne hierher.


Da Nomadenkulturen naturgemäß nicht viele Spuren hinterlassen, sind die Strecken zwischen den kulturellen Highlights manchmal länger. Dafür wird man mit natürlicher Schönheit belohnt.


Die Gegend um den Yssykköl sowie der Naryn Oblast, weisen besonders viele Grabhügel auf. Die Kurgane waren einst mit den Balbals geschmückt und waren als Grablege für wichtige Personen bestimmt.


Auf dem Weg nach Naryn werden wir zeugen davon, dass auch Nomaden*innen Ackerbau betreiben. Lange schon ziehen nicht mehr alle in Kirgistan lebenden, auf der Suche nach fruchtbaren Weidegründen, durchs Land. Entlang der Seidenstraße wird Vieh gehütet und Ackerbau betrieben.


Einst schützte die Festung von Koshoi Korgon Handelsreisende. Am Fuß der At Bashy Kette gelegen, konnten hier die Karawanen einen kurzen Zwischenhalt einlegen. Heutzutage kämpfen deren Mauern nur noch gegen den Zahn der Zeit.


Tief im Tien Shan Gebirge und kurz vor der chinesischen Grenze auf dem Weg nach Kashgar, liegt die Karawanserei Tash Rabat. Sie stellt ein klassisches Symbol der Seidenstraße dar. Versteckt in einem Seitental, steht sie auf den Resten eines buddhistischen Klosters.


Wandernd oder auf dem Rücken eines Pferdes kann man den Pass überwinden, welcher einem, entlang des Flusses, bis zur chinesisch- kirgisischen Grenze bringt.


Immer wieder finden sich historische Hinterlassenschaften, welche man mit der Epoche der Seidenstraße verküpfen kann. Die lebendigste Hinterlassenschaft stellt jedoch das bunte Volksgemisch der zentralasiatischen Staaten dar. Mit einigen Ausnahmen kann von einer jahrhunderte währenden, friedlichen Koexistenz im multikulturellen Treiben berichtet werden.

66 Ansichten0 Kommentare

Commentaires


bottom of page