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Transformation eines Transporters

Am Anfang war eine Idee: Die Seidenstraße mit dem eigenen Fahrzeug zu bereisen. Schnell war klar, alles hängt vom Basisfahrzeug ab. Es sollte robust, einigermaßen geländegängig, innen gemütlich und vor allem überall reparierbar sein. Wer sich schon mal auf dem afrikanischen Kontinent aufgehalten hat weiß, Mercedes scheint dort ein unerschöpfliches Ersatzteillager aufgebaut zu haben. Also wurden wir mit Mitte dreißig zu dem Archetyp des Deutschen und waschen nun samstags unseren Daimler vor der Haustür.

Die Suche nach unserem Traummobil war jedoch noch nicht zu Ende. Der Auswahlkatalog erscheint riesig und bei Autos eines gewissen Alters und Schlages, könnte man schon von Charaktereigenschaften sprechen, wenn man Probefahrten mit selbigen begeht. Beim Einen wackelt dies, beim Anderen hakt jenes. Manchmal erscheint auch der Motor dem Geist eines störrischen, eigenwilligen Individuums gleich.

Glück hat man bei allen ehemaligen Behördenfahrzeuge: Diese sind wenig bewegt, bestens gewartet und waren meist schön im Trockenen untergebracht. Die Wahl fiel letzlich auf einen MB 711D des ehemaligen Bundesgrenzschutzes. Erst Mannschaftstransporter, dann Gefangenentransporter, wollte der T2neu, sozusagen von seinem schlechten Charma erlöst werden, um die Welt als Freigeist zu erobern.


Aller Anfang ist schwer. So gestaltete sich der Start definitiv mühselig. Unzählige Nieten und Aluverkleidungen wollten entfernt werden. Wer einen Gefangenentransporter mal von innen gesehen hat, weiß: Alles ist solide ein- und ausbruchssicher verbaut. Dank zusätzlicher Verschweißungen und Schutzeinbauten, kämpft man sich nur langsam zum ersten Ziel, der Entfernung der gammeligen 90er Jahre Dämmwolle, vorran.


Natürlich gibt es auch in einem alten Auto viele Kabel, Schalter und Sicherungsrelais. Am besten klemmt man als erstes die Batterie ab, nimmt dann eine Schere und schneidet großzügig ab, was einem überflüssig erscheint.


Hat man sein Traummobil dann erstmal frei von Balaststoffen, wie: Gefängniszellen, Signalanlage und ein wenig geputzt, kann es auch direkt zum Ausbau übergehen. Armaflex rein, Korkboden, ein wenig Holz und Filz. Langsam steigert sich die Wohlfühlatmosphäre.


Zu guter Letzt das Finish:

Man nehme noch einen Eimer Farbe und etwas Schleifpapaier und dann ist das Traumreisemobil auch schon fertig.


Jetzt fehlt also nur noch ein Reiseführer, etwas Taschengeld und ganz viel Freizeit.

Los gehts, das Abenteuer beginnt!


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