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Ephesos, Kleinasiens antikes Highlight


Endlich das Leben eines echten Trucker genießen. Sonnengegerbte Unterarme, ein schweißgebadetes TShirt und Truckstops im Nirgendwo. So malerisch hatte sich Amaru das Leben auf der Straße ausgemalt. Die Realität scheint leider zumeist diesem Trugbild zu weichen und dem schweißgebadetem TShirt, muss im wahren Leben ein Pullover und nasse Wollsocken weichen. Nachdem die Nacht mit Neuschnee auf der Raststätte schnell vorbei war, freuten wir uns über den Blütenteppich, der uns an der Mittelmeerküste empfangen sollte. Selcuk, das historische Ephesus sollte die nächste Station der Reise werden.


Doch wer eine Nacht auf dem Rastplatz verbringt, möchte dafür auch entlohnt werden und so waren die Stellplätze die Folgen sollten, in wesentlich lieblicherer Umgebung. Selcuk schaut mit seiner Festung als Ausgangspunkt für die Besiedlung von Ephesus immerhin auf eine fast dreitausend Jahre lange Siedlungsgeschichte zurück, da kann man doch wohl nichts falsch machen?! Die Ruinen der Johannesbasilika wiederum zeugen von der damaligen Bedeutung der Siedlung für den Kleinasiatischen Raum.


Die Nacht verbachten wir letzlich am Pamucak Strand gemeinsam mit anderen Reisenden und einem strammen Wind der uns die Sandkörner in den Bus pfiff. So hatte der alte Kasten, nachdem er kurz zuvor gewaschen wurde, auch noch eine kostenlose Sandstrahlbehandlung die Nacht hindurch und seine Insassen wurden sanft in den Schlaf gewogen.




Am nächsten Morgen ging es dann endlich ins antike Ephesos oder Efes wie es heute genannt wird. Vorbei an den üblichen Souvenirständen und Händlern, die säckeweise echte griechische Münzen für ein paar Euros an den Mann bringen wollen. Man kämpft sich durch Postkartenstände und Kühlschrankmagnete und steht dann endlich auf dem historischen Pflaster der antiken Stadt.

Noch immer lässt sich mit Leichtigkeit nachspüren wie das Leben vor zweitausend Jahren in der Stadt gewesen sein muss. Auch dem ungeübten Auge erschließt sich dieses Ruinengelände leicht und es macht Spaß die Viertel der historischen Stadt zu erkunden.


Wie in jeder antiken Stadt lassen sich unzähllige Tempel und Heiligtümer erspühren. Kann man auf dem Forum eine wichtige Rede halten. Lässt sich in den Thermen ein wenig erfrischen und tauscht den neusten Tratsch aus. Besucht das Bordel. Isst gut in einer Taverne und muss zum verdauen des ganzen natürlich auf die Latrine.


Dabei stellen die Toiletten Ephesos wahrscheinlich die schönste Toilette der Türkei dar!


Mit Blick auf die Celsusbibliothek,

Welterbestatus

und einer Prise frischer Meerluft.




Teile der Anlage wurden aus Konservationsgründen überdacht. Antiker Wandverputz und Mosaikfußböden können so auch noch die nächsten zweitausend Jahre überdauern.


Mit Glück erwischt man auch mal eine ruhigere Ecke des weitläufigen Geländes und kann dann ganz seinen eigenen Gedanken nachgehen.







Ephesos war zu ihrer Blüte die Hauptstadt der Provinz Asia. Der wichtigste Handelsplatz in Kleinasien und ein Wallfahrtszentrum ersten Ranges. Hier wurde nicht nur im Konzil bestätigt, dass Maria die Mutter von Jesus sei (Gen Tests konnten aufrund fehlender Zahnbürsten nicht durchgeführt werden), vor allem wurde hier der Fruchtbarkeitskult der Artemis gehuldigt. Dieser Göttin wurde hier ein Megatempel errichtet, welcher als einer der sieben Weltwunder der Antike galt. Mittlerweile steht davon leider nicht mehr viel und ausser einer phallisch wirkenden einzelnen Säule braucht es schon viel Vorstellungskraft um die einstige Pracht wiederauferstehen zu lassen. Dementsprechend kann man den Souvenirverkäufern nur Glück wünschen, vielleicht kommt er jedoch zweitausend Jahre zu spät...



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