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Demre, roomtour bei Klaus

Wer dachte Santa Claus wohne am Nordpol? Väterchen Frost im Eis Sibiriens. Weit gefehlt! Der Nikolaus war Lykier, lebte hier vor tausendsiebenhundert Jahren und verstarb am 6. Dezember. Könnt ihr euch vorstellen, dass der dickliche Typ mit rotem Mantel und weißem Rauschebart in Wirklichkeit ein lässiger Türke war? Wahrscheinlich hing er gern am Hafen ab und spielte, in Tshirt und mit Sonnenbrille, eine Partie Tavla.


Okay Spaß beiseite, scheinbar lebte in Demre der historische Nikolaus, ein früher Christ, welcher in Patara geboren wurde. Mit neunzehn Jahren wurde er zum Bischof von Myra (heute Demre) geweiht. Aus Nächstenliebe verschenkte er beträchtliche Teile seines Privatvermögens an Notleidende, woraus sich unser Brauch des Schenkens entwickelt hat. Die Übersetzung des Namens aus dem griechischen bedeutet Sieg des Volkes, also sozusagen der Held des kleinen Mannes. Als Schutzpatron muss der Gute dann für Seefahrer und sogar Prostituierte herhalten. Die Küste hier ist rau, da ist so ein Schutzpatron schon mal eine beruhigende Angelegenheit.

Aber was es mit den leichten Damen auf sich hat? Es wird doch wohl nicht auf den unsteten Lebenswandel dieses Herrn Nikolaus hindeuten?!

Echt beeindruckend diese Nekropole, aber mal ehrlich: Ein Heiliger in so einem Massengrab? Klaus hat sich natürlich in einer eigenen Basilika etwas abseits bestatten lassen. Schick in einem Marmorsarkophag. Pech nur, dass seine Knochen von nekrophilen Christen geklaut und nach Bari verschifft wurden, um ihn vor den Osmanen zu retten. Dabei wollten die ihren Landsmann doch auch abfeiern. Jetzt gibts nur ein paar Fake- Knochen im Museum in Antalya zu bestaunen, laut Vatikan natürlich nicht die Echten und die müssen es ja schließlich wissen.


Schockiert waren wir jedoch, als wir durch reinen Zufall, in einer Höhle direkt oberhalb des Theaters von Myra, das Grab von Batman entdeckt hatten.

Erst konnten wir es nicht glauben, doch eine Knochenanalyse bestätigte den grausamen Fund. Es handelte sich um die Überreste des Philanthropen und einsamen Helden aus Gotham City: Bruce Wayne.






Badespaß im türkis blauen Mittelmeer, noch ein wenig frisch, Spaß machts trotzdem.

Wieder einmal heißt das Motto niemand hier, außer wir.


Auf dem Weg ins verschlafene Städtchen Simena. Manchmal braucht man hier auch für zwanzig Kilometer fast eine Stunde. Hier noch das entspannteste Stück vom Weg. Wie ihr seht, liegt im Hintergrund auch noch Schnee auf den Buckeln. Irgendwann versteht man auch, warum man als Tourist normalerweise vom Wasser aus die Stadt ansteuert und sich nicht das Sträßchen langquält. Egal, der Bus kann nun mal vieles, aber eben nicht schwimmen.


Rund um die einstige Kreuzritterfestung hat sich ein moderater Ausflugsort etabliert. Normalerweise kommt man hier mit dem Boot, trinkt einen Tee, schaut sich die Festung an, schlendert durchs lykische Gräberfeld, dann noch einen Fisch auf den Teller und mit dem Boot zurück nach Kas oder Demre.


Mittlerweile feiern wir schon einen Monat abroad; Zeit für eine kleine Bilanz für die Statistikfreaks unter euch:


- 8 Länder auf 2 Kontinenten

- 4300 km Sitzfleisch

- zusätzlich ein paar km Boot, Taxi, Stadtbus, Metro, Straßenbahn, Standseilbahn, hüpfend auf einem Bein und auf den Händen

- 16 Schlafplätze davon

- 3 Campingplätze

- 7 Schildkröten gesichtet

- 5 Tassen Tee pro Person und Tag

- 10 kg Nudeln pro Person

- 1 Melone verputzt

- 1 Comic-Helden beerdigt


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